Sehnsucht nach L(i)eben
Als wir uns begegneten, waren wir ganz im Moment - eine wunder-volle gemeinsame Zeit. Ohne Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft. Einfach nur im Hier und Jetzt genießend, was ist. Zunächst beim Tanzen - eine wunderbar zarte Begegnung im Flow. Später Haut auf Haut. Viel Haut auf Haut. Tief in die Augen schauend. Einfach sein mit dem was ist. Ich spürte das Wohlsein in meinem Körper. Mmmhhhhh…
Zwischendurch die Angst vor Schmerz, uns schützen wollen. Langsam machen. Und doch wieder aufeinander einlassen. Ich hatte mich entschieden, nicht vor meiner Angst davonzulaufen und zu l(i)eben - mit allem was da kommen mag.
Dann fuhrst du nach Hause und die Gedanken an die Vergangenheit und Zukunft nahmen uns in Beschlag - entfernten uns zusätzlich zur räumlichen Distanz voneinander.
Dann doch wieder verletzlich annähern. Über ein Wiedersehen sprechen.
Immer wieder übermannen dich deine Schutzmechanismen, deine "Wächter" und lassen dich zurückweichen. Ich bleibe dran. Weil ich gesehen und gefühlt habe, wer du dahinter bist: Hinter deiner Geschichte, deinem Trauma, deinen Vorstellungen - hinter deiner vermeintlichen Identität. Und das zieht mich magisch an.
Ich reiche dir die Hand, mehr von dem zu ent-decken.
Auch du spürst diesen Teil in dir, der sich angezogen fühlt, der keine Angst hat und l(i)eben will. Aber deine "Wächter" sind stärker - du überlässt ihnen das Feld. Du kannst nicht aus deiner Haut und lehnst ab. Ich bin traurig über deine Entscheidung. Und gleichzeitig ist es ok so. Ich möchte nicht mehr mit deinen Wächtern kämpfen. Den Kampf überlasse ich dir. Ich hätte dir gerne gezeigt, wie du auf deine Wächter verzichten kannst.
Eins möchte ich dir noch sagen: Du bist weder deine Geschichte noch dein Trauma. Überlass deinen Wächtern nicht das Feld - du wirst es auf deinem Sterbebett bereuen. Fang an zu l(i)eben - deine Seele sehnt sich danach!